Vorletzte Auswärtsfahrt der Saison, die Möglichkeit den Klassenerhalt perfekt zu machen und das mit den eigenen Fans im Rücken: Rund 2500 Schanzer wurden beim oberbayerischen Duell in der Münchner Arena erwartet - ob es letztendlich so viele waren ist schwer zu schätzen. Nach unserer großen Choreo im Hinspiel war auch dieses Rückspiel etwas besonderes für unsere Gruppe: angeregt, geplant und maßgeblich von uns mitgestaltet die Auswärtsfahrt am Reinheitsgebotwochenende zur Mottofahrt in roten Tshirts. Ein Dank gilt an dieser Stelle allen Fanclubs, die sich bei Diskussionen, Organisation und vor allem Eigenfinanzierung an der Aktion beteiligt haben. So etwas macht Mut, in Zukunft weitere Aktionen gemeinsam durchführen zu können, auch wenn wir immer noch viele Vorurteile und Differenzen abbauen müssen - letztendlich können wir diesen Weg nur gemeinsam gehen.

Für die aktive Szene ging es mit einem Entlastungszug in die Landeshauptstadt, in der uns erst einmal eine groß angelegte Kontrolle der Polizei erwartete, die uns ziemlich in Zeitverzug brachte, sodass man nach einer stimmungsvollen Zugfahrt und Marsch letztendlich nur wenige Minuten vor Spielbeginn im Gästeblock aufkreuzte. Schnell wurden die Zaunfahnen aufgehängt, ein Banner zur Mottofahrt vom Mittelrang herunter gelassen und die letzten Tshirts an den Mann gebracht.

 

Der Gäste-Stehblock nicht ganz gefüllt, von den Sitzplätzen ganz zu schweigen. Daher kam eher der Eindruck auf, als dass man nicht die erwarteten 2500 Fans erreicht hatte. Wann, wenn nicht nach 14 ungeschlagenen Spielen und der Chance alles klar zu machen, werden die Massen zum FCI wandern? Auch die Stimmung überzeugte von unserer Seite nicht wirklich: zwar konnten wir einige male unsere Gesänge recht laut zum besten geben, jedoch kam nie so wirklich gute Stimmung auf.

Das lag zu einem großen Teil natürlich auch am Spiel auf dem Rasen, das recht zunächst unattraktiv war: nur wenige Torchancen auf beiden Seiten. Umso überraschender die Führung für die Löwen: Volland netzte nach einer Unaufmerksamkeit in der FC-Hintermannschaft unbewacht ein. Irgendwie schien die Luft raus aus der Anspannung des FCI, die zu den starken Leistungen der letzten Wochen bewegt hatte. Einzig Kapitän Stefan Leitl schien den unbedingten Willen zu haben und so war es er, der nach Doppelpass mit Schäffler den Ausgleich schoss, mit dem es auch in die Kabine ging.

Nach Wiederanpfiff versuchten wir unsere Mannschaft noch einmal nach vorne zu schreien, mussten jedoch nach nur drei Minuten den nächsten Rückschlag einstecken - nach einer Ecke pennte die gesamte Mannschaft und Aigner wusste gar nicht wie ihm geschah als der Ball von seinem Körper ins Tor prallte. Die Stimmung bei den Heimfans natürlich obenauf, die Fanszene ist und bleibt aber ein Schatten ihrer selbst. Wirklich armselig, groß über den "FC Audi" zu lästern, wenn man auf der Brust selbst einen Automobil-Hersteller trägt und einen Scheich im Keller sitzen hat.

Das Spiel entwickelte sich zu einer einseitigen Angelegenheit, 60 erhöhte verdient durch Stahl und Volland auf 4:1 und im Block machte sich Unmut breit. Einerseits verständlich, war die Leistung wirklich unterirdisch, andererseits sollte man so etwas nach 14 ungeschlagenen Spielen wirklich einmal passieren dürfen. Es bleibt zu hoffen, dass beim Heimspiel gegen Cottbus die Kurve nochmal gekratzt wird und der Sack zugemacht wird.

Nach dem Spiel, durfte man dann eine grandiose Vorstellung polizeilicher Unfähigkeit beobachten. Man muss an dieser Stelle sagen, dass wir schon einige male strukturierten, freundlichen und sinnvollen Polizeieinsätze beobachtet haben und diese auch immer an dieser Stelle gewürdigt haben, weshalb wir an dieser Stelle auch die Vorfälle aufs schärfste kritisieren möchten. Die Rückfahrt von der Arena zum Hauptbahnhof schien zu keiner Zeit organisiert zu sein, sodass nach Spielschluss schon einige Fans die Rückreise antraten während noch genügend im Block und Stadionumfeld waren. Dort zeigten sich auch einige Löwen-Fans, die ihrer Freude über den "Derbysieg" (Zitat aus der Löwenkurve) mit etwas Provokation Ausdruck verleihen wollten. Das Konfliktpotential schien wohl jeder wahrzunehmen - außer die Herren und Damen in grün. Dass man nach einer 1:4-Niederlage die Pöbeleien nicht ewig hinnimmt, scheint ebenso klar zu sein. Nachdem sich das Wortgefecht irgendwann hochgeschaukelt hatte und der Fanshop-Verkäufer der Löwen mit einer Holzlatte das Feld betrat, eskalierte die Situation und erst jetzt schien die Polizei von der Situation Notiz zu nehmen. Wo die Fetzen fliegen kann man gut draufhauen - Deeskalation ist und bleibt wohl ein Fremdwort. Die Situation beruhigte sich zunächst, eskalierte zugleich aber wieder durch unnötige Polizeigewalt, bei der vor allem ein Schläger wild um sich trat. Solche Einzelpersonen sind für den Ruf der ganzen Polizei verantwortlich, wegen solcher Polizisten ist die Einführung einer Kennzeichnungspflicht unbedingt notwendig! Nicht nur zum Schutz der Fans, auch zum Schutz derer Polizisten, die sich nichts zu schulden kommen lassen!

In der Zwischenzeit waren auch aus der anderen Richtung rund 30 60er angekommen und die Aktion war kurz davor erneut zu eskalieren. Die eben noch so aggressiven Schnittlauch-Freunde standen beleidigt am Rand und schaffte es erneut nicht eine Fantrennung durchzuziehen. Erst durch das Aufrücken von Pferden und Hunden kam die Situation langsam wieder unter Kontrolle. Der Polizeibericht an diesem Tag schlichtweg FALSCH.

Postiv bleibt noch zu erwähnen, dass die Szene sitzend auf die Festgenommenen wartete ehe es schließlich Richtung U-Bahn und Hauptbahnhof ging. Auf der Überführung zu jener Station flugen dann noch Steine einiger Blauen, eine Aktion zu der wir uns mal jeden Kommentar ersparen.

In diesem Sinne: Nächste Woche am Riemen reißen, Klassenerhalt klar machen! Gegen Polizeigewalt - für Kennzeichnungspflicht!

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