Mittlerweile kann man es fast niemanden mehr übel nehmen, dass er auswärts keinen Bock mehr hat. Der Plan einen weiteren Bus zu starten wurde schnell wieder verworfen weil klar war, dass sich das was da zu sehen gibt keiner mehr antuen will. So war es ein BRC-Auto, das um kurz nach fünf Uhr morgens Richtung Holland aufbrach. Verkehr an diesem Tag kein Problem, weshalb wir weit vor Anpfiff in der Kaiserstadt waren. Zeit genug um noch kurz den Dom zu besichtigen und einen Happen zu essen.

Im Stadion dann war der Gästeblock sogar geöffnet, etwa 30 Schanzer und der ein oder andere Fan aus dem Westen dürften es dann doch gewesen sein. Der neue Tivoli an diesem Tag mit gut 15.000 Zuschauern gefüllt, das Flair des alten Stadions ist aber längst nicht mehr vorhanden. Bis zum Anpfiff Musik in unerträglicher Lautstärke und alle 5 Minuten Werbeeinblendungen, sodass man fast erschrickt.

Zum Spiel: 18. gegen 17., sagt eigentlich alles. Unsere Mannschaft spiele so wie man es von ihr gewohnt ist: leidenschaftslos, lustlos. Zwei Schlafmützigkeiten nach Standards, nach 27 Minuten stands 2:0 für den Gastgeber. Die Schanzer in einem schlechten Spiel, die schlechtere von zwei schlechten Mannschaften und mit dem 2:0 zur Halbzeit noch gut bedient.

Zum Wiederanpfiff brachte Möhlmann unter anderem Buddle, der prompt den Anschluss erzielte. Fairerweise muss man sogar anerkennen, dass dieses Tor gut herausgespielt war. Warum man dann einen Buddle immer erst dann bringt wenn das Spiel schon fast verloren ist, ist natürlich die andere Frage. Die Schwarz-Roten in der Folgezeit mit mehr Spielanteilen, aber erbärmlich und ängstlich im Zug zum Tor, dagegen mit Glück, dass Auer nur die Latte traf.

Der Support auf unserer Seite mit rund 10 Mann beschränkte sich auf einige "Kämpfen und Siegen" und "Schanzer", die Gegenseite auch wenig inspirierend und mehr gegeneinander als miteinander.

Als Kirschstein in der Schlussminute noch mit nach vorne ging um seinen Kollegen zu zeigen wie mans macht, war eigentlich schon klar dass das ganze nur in der Entscheidung resultieren konnte und Odonkor lies uns in dieser Vermutung auch nicht im Stich. 3:1 beim Tabellenletzten, der in den 11 Spielen zuvor nur 3 Tore geschossen hatte. Wirklich erbärmlich.

Wir zeigten der Mannschaft noch mit einem Spruchband "Nun sind wir am ENDE", dass sie nun den Tiefpunkt erreicht haben und sich eigentlich gar nicht noch mehr blamieren können. Aber lassen wir uns mal überraschen, was die Woche noch alles bringt. Die Frage in München ist wohl eher: zweistellig ja / nein.

 

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