Vorab alle wichtigen Dinge zu St. Pauli, die zwar jeder kennt, aber man in keinem noch so kleinen Bericht über den „magischen“ FCSP niemals vergessen darf. Also exerzieren wir das Ganze zum x-ten mal durch:
- einmalige Atmosphäre
- Stimmung von allen Seiten
- Offenheit und Gastfreundlichkeit, die es sonst nirgends zu sehen gibt
- Selbstironisches Auftreten
- Durchgängiger, spielunabhängiger Support
- Bekenntnis gegen Faschismus, Rassismus und Homophobie

Gut, nun zum eigentlichen Teil des Berichts:
Dass Hamburg und insbesondere St. Pauli ein Anziehungspunkt für Touristenfans sein würde, war einem jeden von uns klar. Dass allerdings 600 Gästefans den FCI in die Hansestadt begleiten würden, überraschte, vor allem, wenn man sich die niedrige Mitfahrerzahl vom letztjährigen Gastspiel in Lübeck gegen die St. Paulianer vor Augen führt.

Die Company und ihr Umkreis war mit 11 Personen gut vertreten, auch die SU war mit einem Neunsitzer angereist. An sich wären diese 20 eine gute Anzahl an Aktiven. Nichtsdestotrotz ist sie ausbaufähig, schließlich befinden wir uns mitten in den Sommerferien und die Schülerschaft hätte ja genügend Zeit. Zusammen sammelte man sich hinter der Südtribünenfahne im Gästeblock mitten in der prallen Sonne.
Um den Gästeblock allerdings zu finden, musste man eine komplette Runde mit Fahnen ums Stadion laufen. Von hilfsbereiten Angestellten des Vereins geschweige denn einer Ausschilderung kann keine Rede sein. Ordnungsdienste, die sich selbst nicht im Stadion auskennen und Polizisten, die sich selbst zu wichtig nehmen, sind zwar schon öfter aufgetaucht, aber St. Pauli markiert von nun an den Spitzenreiter in Sachen unqualifizierte Organisation. Auf diesem Weg durchquerte man auch den „Dom“, ein Hamburger Volksfest, das den Namen nicht verdient hat, denn ein Bierzelt sucht man hier vergebens. Irgendwie seltsam. Naja, in ein paar Tagen ist Barthelmarkt…


Nach dem Einlauf versammelten sich die Spieler um den Mittelkreis, um den verstorbenen St. Pauli- Urgestein Günther Peine zu gedenken. Ihm zu Ehren hing in der ersten Halbzeit ein Banner vor der Südkurve. Im Gästeblock hingegen startete die Meute mit gutem Support, der aber wahrscheinlich gerade noch von den Auswechselspielern wahrgenommen wurde. Die bereits angesprochenen Fantouristen waren zwar im Supportbereich gestanden, konnten sich aber nicht mal zum rhythmischen Ineinanderschlagen der zwei Handflächen durchringen und beschwerten sich lieber über die Sichtbehinderung durch Fahnen. Das mitgebrachte Megaphon wurde also nicht wirklich benötigt.


Zugegeben, die Sicht unserer Hintermänner und -frauen war tatsächlich behindert durch einen guten Fahneneinsatz, der aber in der zweiten Halbzeit aus Rücksicht etwas zurückgeschraubt wurde. Nichtsdestotrotz sollte sich die angesprochene Personengruppe in Zukunft an anderen Stellen im Block positionieren oder sich auf Sitzschalen bequemen, schließlich fällt ein schlechter Support auf die führenden Gruppierungen zurück und nicht auf jene, die unorganisiert und inaktiv im Block stehen.


Zum Spiel auf dem Rasen gibt es nicht viel zu sagen. Der Führungstreffer erzielt von Eigler, aber rasch ausgeglichen - drittes Gegentor nach einer Standardsituation. Die Braun- Weißen waren sogar überlegen, man kann also mit dem zweiten Unentschieden der Saison zufrieden sein.
Den Tag ließen wir auf eine vergleichsweise sanfte St. Pauli- Tour ausklingen, gemessen an den sich bietenden Möglichkeiten. Am Tag darauf noch eine kurze Sightseeing- Tour durch Hamburg inklusive Biergartenbesuch mit Dirndl tragender Bedienung, dann machten wir uns wieder per Zug auf den Heimweg.
Zum Ende des Berichts möchte ich noch auf das Autokorso zum DFB- Pokalspiel nach Aalen nächste Woche hinweisen! Ein Pflichttermin für jeden Schanzer, der auf Sichtbehinderung steht!


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