Spiel eins nach dem bitteren Pokalaus in Aalen fiel auf das Barthelmarktwochenende. Man sah am Spieltag viele in Tracht im Stadion und auch unsere Gruppe zog es nach Spielende Richtung Oberstimm. Aber vor dem Vergnügen stand eine richtungsweisende Aufgabe für unsere Mannschaft gegen den FSV aus Frankfurt. Nach zwei Unentschieden zum Saisonauftakt sollte man nach den 90 Minuten schlauer sein, ob der Blick ungeschlagen nach oben ging oder ob man sich wieder im altbekannten Abstiegsbereich wiederfinden sollte.

Nur knapp über 5600 Zuschauer fanden den Weg in den Sportpark - erschreckend wenig und man sah nicht nur im Gästeblock große Lücken. Knapp 100 Schwarz-Blaue kamen ins schöne Ingolstadt, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Standen die beiden Gruppen Pugnatores und Sensless Crew zunächst noch getrennt, stellten sie sich im weiteren Verlauf zusammen und konnten einen für diese Anzahl vernünftigen Support aufziehen.

Nach dem Einlauf der Mannschaften gab der nach dem Pokalspiel in der Kritik gestandene Kapitän Stefan Leitl eine vom DFB und DFL vorgegebene Ansprache, bei der er sich im Namen der Spieler für den "echten" Fußball aussprach und sich von Rassismus, Diskriminierung, aber auch von Pyrotechnik distanzierte. Wirklich armselig, solch unstrittige Themen wie Rassismus in einen Topf mit Pyrotechnik zu werfen! In unabhängigen Gutachten wurde ein ums andere mal bestätigt, dass unter bestimmten Voraussetzungen eine Legalisierung bzw. ein Abbrennen von Pyrotechnik im Stadion rechtens ist! Dies mit Rassismus in einem Atemzug zu nennen ist eine Dreistigkeit sonders gleichen und wurde zurecht mit "Pyrotechnik ist kein Verbrechen!"-Sprechchören bedacht.

Die Stimmung auf der Südtribüne startete überraschend gut und die Beteiligung ebenso wie die Lautstärke für dieses Spiel besser als erwartet. Das Liedgut blieb dabei teilweise jedoch etwas eintönig und die Euphorie passte sich bald dem Geschehen auf dem Rasen an und erlebte den gewohnten Einbruch zum Ende der ersten Hälfte. Zu unserer Freunde durften wir auch heute wieder Gäste aus Heidenheim begrüßen. Vielen Dank für eure Unterstützung

Die Elf von Ex-Schanzer-Trainer Benno Möhlmann stand sehr tief und machte es wie in der Vorwoche der VfR unserem FCI schwer zu Tormöglichkeiten zu kommen. Nachdem die wenigen Tormöglichkeiten vor der Pause leichtfertig vergeben wurden, nutzte der FSV die erste richtige Möglichkeit durch Kapllani eiskalt. Fast schon überflüssig zu erwähnen, dass es sich um ein Standard-Gegentor handelte. Für den FSV kurz vor dem Seitenwechsel ein Treffer der optimal in das spielerische Konzept passte und natürlich die Aufgabe für unsere Jungs um ein Vielfaches erschwerte.

Mit Hartmann für den schwachen Korkmaz kamen die Schwarz-Roten aus der Kabine und waren auch im zweiten Spielabschnitt überlegen. Man merkte, dass die Stimmung bei weitem nicht an den Beginn der Partie anschließen konnte und sich unter den Zuschauern schnell Unruhe breit machte. Jeder Ballverlust war schon beim Stand von 0:1 nach 60 Minuten (!) Grund für vereinzelte Pfiffe. Man fragt sich, was manche Zuschauer in Ingolstadt erwarten - ich persönlich habe nicht damit gerechnet, dass ein Gegner wie der FSV Frankfurt mit 4:0 abgeschossen wird. Jeder der während der Partie die Spieler auspfeift hat von diesem Sport NICHTS verstanden!

Der letzte Wille bzw. die angepriesene "schwarz-rote Leidenschaft" war ohne Frage nicht zu sehen und ich will mich nicht anmaßen die Probleme in dieser Mannschaft zu beurteilen (dafür gibt es die Profi-Trainer im Schanzerforum) aber aus meiner Amateur-Sicht heraus fallen vor allem fehlende Laufbereitschaft, fehlende Pässe in die Spitze für Christian Eigler und damit verbunden zu wenige Abschlüsse (auch aus der zweiten Reihe) und eine eklatante Schwäche bei Standardsituationen vorne (die "Stefan-Leit-Hände-hoch-Ecke") wie hinten auf. Es bleibt zu hoffen, dass der Trainer diese Probleme beheben kann und sich die Mannschaft nicht wie in den vergangen Jahren unten festsetzt. In diesem Fall würde ich nach Aufholjagd und Punktejagd aber gerne die Jagd nach der Leidenschaft ausgeben.

Zurück zum Spiel, bei dem der FSV mit dem 2:0 durch Kapllani für die Vorentscheidung sorgte. Während auf der Gegengerade die ersten aus dem Stadion flüchteten, wurden die Pfiffe auch auf der Südtribüne lauter. Höhepunkt waren "Benno Möhlmann - du bist der beste Mann"-Rufe von genau denjenigen, die vor einem Jahr genau diesen Trainer davon gejagt haben. Manchmal weiß man wirklich nicht ob man darüber lachen oder weinen soll.

Unsere Gruppe bemühte sich in dieser Phase noch einmal die Mannschaft bis zum Ende zu unterstützen und zeigte was Leidenschaft ist. Es ist immer wieder schön zu sehen wie  die Beteiligung beim Gesang "wir sind immer für euch da" je nach Spielstand variiert.

Spiel also verloren - 0:2 gegen Frankfurt sagt alles darüber aus, dass es noch ein langer Weg ist.

Aber seid gewiss: Ihr geht diesen Weg nicht alleine! Immer vorwärts FCI!

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