Zu Beginn möchte ich einen Gruß an die Geographiegenies der Cottbusser Geschäftsstelle loswerden. Alle die letzte Woche nicht an die polnische Grenze fuhren, werden sich jetzt fragen „weshalb der Gruß?“. Nun, die werten Damen und Herren aus Brandenburg waren der festen Überzeugung, dass wir aus Franken wären. Hätte man wohl in Erdkunde lieber ein bisschen besser aufgepasst oder besser recherchiert bevor man einen solchen Müll in die Stadionzeitung abdruckt! Bevor wir Franken sind seid ihr Polen!

Für nur einen Bus, vollgepackt mit Ingolstädter Proleten, ging es Sonntagmorgen in Richtung Osten unserer Republik. Entgegen der Befürchtung einiger, dass man auf Grund des Wintereinbruchs zu spät kommen könnte, erreichte man das Stadion der Freundschaft gegen 12 Uhr. Die unfreundlichen Einlasskontrollen in Cottbus war man ja schon aus den letzten Jahren gewohnt, so dass sogar Rentner ihre Schuhe ausziehen mussten. Dieses Jahr übertrafen sich die Cottbusser Ordner aber noch einmal selbst. Folgende Sachlage: Wir hatten ein Spruchband sowie zwei Stoffbanner für den letzten Aktionsspieltag der Kampagne 12 Doppelpunkt 12 – Ohne Stimme keine Stimmung vorbereitet. Wurde uns im vornherein genehmigt. Am Stadiontor hieß es, das Folienspruchband dürfte nicht in unseren Block. Auf die Frage warum, ließ man uns wissen, dass wir ja unser Spruchband anzünden könnten und der Sicherheitsbeauftragte dann mit der Feuerwehr Stress bekäme. Die Wahrscheinlichkeit war zwar ziemlich gering, dass 40 Ingolstädter ihr eigenes Spruchband abbrennen, aber man einigte sich letztendlich darauf, dass wir das Spruchband in den Nebenblock aufhängen, dafür aber die Zaunfahnen vorne am eigentlichen Zaun des Gästeblocks anbringen durften, soweit Platz dafür war. Im Nebenblock wurde uns dann wiederum verboten, das Spruchband zu befestigen und hängen zu lassen. Ob die Ordner mit einem Blitzeinschlag rechneten oder eine spontane Selbstentzündung des Spruchbands erwarteten steht bis heute in den Sternen. Nach dem zwölfminütigen Boykott zeigten wir dann trotzdem das Spruchband. „Sicherheitspapier – Experten am Werk!“ Darunter erblickten auch noch Dick und Doof das Tageslicht, welche die Politik und die DFL symbolisieren sollten. Der Support gestaltete sich im Gästesektor so, wie sich eben ein Support mit 20 Aktiven eben gestaltet. Für die Anzahl ganz ansprechend, aber allgemein betrachtet sicher nichts, auf was man Stolz sein kann.

 

Unser Fußballclub startete die ersten Minuten stark ins Spiel, jedoch musste „Rambo nach dem ersten Torschuss der Lausitzer, welcher nach 5 Minuten fiel, schon hinter sich greifen. Ein Start nach Maß sieht anders aus. Anscheinend vom Gegentreffer geschockt, nahm der Druck, den unsere Elf auf die Brandenburger in den ersten Minuten ausübte, sichtlich ab und erste eine viertel Stunde später war der nächste wirkliche Torschuss zu verzeichnen. Fortan entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Ingolstadt und Cottbus gegen den Schneefall. Etliche Fehler im Spielaufbau waren dadurch auch zu verzeichnen. Je länger der (Spiel)Tag dauerte, umso mehr Weiß sollte vom Himmel fallen. Das Spielfeld war zugeschneit und ich persönlich wusste nicht, wie die Schiedsrichter auf Elfmeter hätten entscheiden können – besonders die Strafraumlinie konnte ja nicht vom Schnee befreit werden. Die Torschüsse wurden in der Zweiten Halbzeit immer rarer. Der ein oder andere wollte nicht mehr an einen versöhnlichen Auswärts-Ausklang glauben. Doch dank der Leitl-Flanke die irgendwie auf dem Kopf von Mijatovic landete, konnten wir einen Punkt mit in unsere Donaustadt nehmen.

Das Verkehrschaos, das man bei der Hinfahrt schon erwartet hatte, sollte uns bei der Rückfahrt einholen und wir brauchten über 10 Stunden aus der Lausitz in unser geliebtes Ingolstadt.
Ein Satz noch zu Cottbus. Hin und wieder konnte man das Potential der Cottbusser Fanszene erkennen, überzeugend war der Auftritt des Heimanhangs keineswegs. Zu Beginn konnte man neben dem Aktionsspruchband „Ohne Stimme keine Stimmung“ noch das Logo der Kampagne in dreifacher Ausführung im Block erkennen.

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