Irgendwie fällt es einem schwer, zu diesem Spiel Worte zu finden. Wobei es mir dabei nur am Rande um das sportliche Geschehen geht, viel eher um das Drumherum. Unsere Fanszene wird oft genug verspottet, teilweise zu Unrecht, aber an diesem Spieltag waren die Häme definitiv mehr als gerechtfertigt.
Die Zuschauerzahl ließ nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen, knapp über 4000 Fans waren gekommen. Wegen den vielen Faschingsumzügen, wie sich Stadionsprecher Italo Mele gleich eine Rechtfertigung für diese Peinlichkeit zurechtgelegt hatte.

 

Das Intro ließ sich noch sehen, der Support im Anschluss sollte sich allerdings soweit verschlechtern, dass nicht mal mehr unsere Capos darauf Lust hatten, „sich hier zum Affen zu machen“. Verständlich, bei einem dermaßen apathischen Block, selbst für Ingolstädter Verhältnisse.
Auch wir als Gruppe müssen uns nach diesem Spiel hinterfragen, was wir denn eigentlich wollen. Unser Anspruch war und ist es, den Verein in jeder einzelnen Minute zu unterstützen und Gesänge auch über längere Strecken des Spiels zu tragen. Schade und ernüchternd, wenn wir es auch nach vier Jahren unseres Bestehens noch nicht einmal mit unseren eigenen Mitgliedern auf die Reihe bekommen, geschweige denn es schaffen, Leute im Umkreis mitzureißen.
Das Spiel auf dem Rasen war zumindest teilweise turbulent, wusste aber von beiden Seiten nicht so recht zu überzeugen. Mitte der ersten Halbzeit brachte ein Pass in die Gasse und ein souveräner Abschluss durch Kachunga die Führung für die Gäste, die in der zweiten Halbzeit durch Micanski egalisiert wurde.
Als Caiuby die gelb- rote Karte sah, gab es, Coach Thomas Oral zufolge, einen Knacks im Spiel und man kassierte noch das 2:1 und 3:1 in der letzten Viertelstunde. Stefan Leitl holte sich ebenfalls noch eine glatte rote Karte ab, nachdem er dem Gegenspieler Yilmaz, der nach dem 2:1 den Ball nicht hergeben wollte, ins Gesicht fasste und dieser daraufhin theatralisch zu Boden ging. Die rote Karte war damit auf jeden Fall berechtigt und an dieser Stelle schicken wir auch noch mal Genesungswünsche an den Paderborner Yilmaz, der wohl nach wie vor an den physischen und psychischen Folgen dieser brutalen Attacke leiden muss.
Ein Lichtblick an diesem Tag war zumindest meiner Ansicht nach die Leihgabe vom 1. FCK Ilian Micanski, der nach vorne relativ viel Wirbel machte. Nicht nur mit seinem Tor, auch mit einem überraschenden Heber von geschätzten 20 Metern versprühte er noch am ehesten das, was den restlichen Stürmer oftmals fehlt, nämlich Torgefahr.
Kein Tag der guten Laune also, weder sportlich, noch stimmlich. Aber wenn´s so richtig scheiße ist, kann´s bekanntlich nur besser werden. Und außerdem: Bei einem Sieg wären wir ja sogar (zumindest über Nacht) Vierter der Zweiten Liga gewesen. Unheimlich, oder?

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