03:03.2013, einmal wieder „Ausrasten“ – „Eskalation“ pur. Jedenfalls für die – die München als einzige Möglichkeit im Jahr sehen auswärts zu fahren. Dass es aber Erwachsene soweit brachten, dass selbst ICH mich für diesen – pardon – perversen Haufen schämte – überspannte den Bogen – mehr dazu später. München Auswärts stand an.

München – Magnet für mehr als 90 Millionen Menschen pro Jahr. Und auch einmal in der Fußballsaison des FC Ingolstadt findet sich die höchste Auswärtsfahrerzahl des Jahres dort ein. Genauer gesagt in der Allianz Arena, dem Mietstadion der 60er Löwen, in dem sich (zumindest bei Spielen der „roten“) immerhin 70.000 Menschen pro Heimspieltag einfinden.

Bereits um 9 traf sich der Ingolstädter Pöbel am Ingolstädter Hauptbahnhof (erwartete man die gleichen Kontrollen wie letztes Jahr seitens der Polizei in München). Gesammelt ging es dann Richtung Landeshauptstadt, die wir auch nach feucht fröhlicher, lustiger Fahrt ziemlich zügig erreichten – sind ja nur 80km. Da uns dieses Jahr (gottlob) die unangenehmen Griffe zwischen sämtliche Körperteile von der Polizei erspart wurden, setzten wir unseren Weg mit der U-Bahn Richtung Fröttmaning fort. Zuerst bewies mir die blonde Exekutive unseres geliebten Vaterlandes ihre anscheinend nicht zu toppende Dummheit: „Diese Leute haben in der Realität wohl auch keine Freunde!“. Dass mir das Gegenteil allerdings ausgerechnet von unseren eigenen „Mitfans“ bewiesen werden musste, war schon ein Schlag in die Fresse. Ich schrei gerne einmal Blödsinn durch den Raum, bin kein Unschuldslamm, finde extrem Links außen genauso idiotisch wie Rechts, kann verstehen, wenn kleine Kinder unüberlegte Sachen im Bezug auf die Vergangenheit unseres Landes singen. Dass aber ERWACHSENE den Holocaust hochleben lassen – mag es auch unüberlegt sein, und eine U-Bahn für die Löwenfans bauen wollen, können und werden wir in unserer Fanszene nicht dulden! Dass eigenständig denkende Menschen hier ohne auch nur einen Zentimeter Verstand Nazi-Parolen nachgrölen geht zu weit! Wir lassen uns nicht durch solche Personen, die der Meinung sind, "dass wir gemeinsam gegen 60 singen müssen" unseren Ruf beschmutzen, nur weil sie einmal im Jahr von zuhause raus dürfen! Auch sollte sich so manch Fanclub überlegen, ob solche Fans in ihrem Umfeld wirklich Platz haben und welches Licht das auf sie wirft!

Am Stadion angekommen hätte ich bei der Einganskontrolle der Zaunfahnen schon fast ein lobendes Wort über die Ordner verloren, bewiesen mir die Kollegen am Zaun wiederum, dass München einfach das fanunfreundlichste Stadion, mit den fanunfreundlichsten Ordnern in ganz Deutschlands ist. (Naja, vielleicht teilen sie sich die Arschlochposition mit Cottbus). Also kein Lob, die Zaunfahnen fanden trotzdem alle ihren Platz am Zaun auf gewünschter Höhe.

Spielerisch bahnte sich nach gegenseitigem Abtasten bald an, dass die Blau-Weißen das Ruder in die Hand nehmen wollten. Chancen durch Lauth und Friend. 27 Minuten waren gespielt, als es vor uns im Kasten einschlug. Tomasov 1-0 für München. Kurzzeitige Ernüchterung. Versuchte der Gästeblock aber, die eigenen Mannen zum Kämpfen zu motivieren. Gelang zeitweise auch und man konnte für Allianz-Arena Verhältnisse zufrieden sein zumindest ab und an sowas wie Lautstärke aus dem Gästeblock ins Schlauchboot zu bringen. Auch wenn unsere Schwarz-Roten zwar bemüht waren, gelang ihnen aber nur wenig vor dem Tor von Kiraly. und ohne wirkliche Torchance ging es in die Pause Als unser 3.Liga-Held Moritz Hartmann dann endlich den Platz betrat, kam neuer Wind in die Partie und wir konnten durch ein Tor von Chris Eigler, zehn Minuten vor Schluss, noch den einen Punkt mit nach Hause in die Donaustadt nehmen. Ein geiles Gefühl, nach diesem Spielverlauf, bei dem sogar noch mehr drin gewesen wäre, wurde uns doch – zumindest aus Gästeblocksicht – mindestens ein Elfer verweigert und traf Da Costa kurz vor Schluss noch den Pfosten ehe Heller freistehend am Tor vorbei köpfte. Alles in allem aber eine gerechte Punkteteilung und damit wieder kein Sieg gegen die Löwen.

Weniger geil, die Exekutive-Lasagne die sich uns auf dem Weg zur S-Bahnstation in den Weg stellte und uns nach einer gefühlten Ewigkeit dahin begleitete. Nach mehr oder weniger sinnreichen Gegröle unserer lieben Mitfans erreichten wir gegen halb 6 unsere über alles geliebte Donaustadt. Auswärtsfahren ist schön. Meistens.
In diesem Sinne. „Mach ma’ Stimmung – Stimmung wär’ nicht schlecht!“

 

  • 01
  • 02
  • 03
  • 04
  • 05
  • 06
  • 07
  • 08
  • 09
  • 10
  • 11
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 24