Ich hab´s ja tatsächlich versucht. Ehrlich. Tagelang saß ich vor meinem Laptop (es ist eigentlich ein Ultrabook, aber es will sich nicht so bezeichnen, weil der Begriff „Ultra“ zu schwammig formuliert ist) vernachlässigte die Schule, was gerade kurz vorm Abi ziemlich blöd ist, kombinierte Koffeintabletten mit Monatsrationen Fritz- Cola, und es kam nichts bei rum. Auch andere, bewusstseinserweitende Mittel halfen nicht weiter (ich bin am nächsten Morgen aufgewacht und hab schon irgendwas mit Nashörnern und Hexen an unseren Redaktionsleiter abgeschickt, ein Riesen- Tohuwabohu sag ich euch, den Mumpitz wieder geradezubiegen). Ständig saß mir der dreiköpfige INamorado- Redaktionsdrache im Rücken und machte mir Feuer unter’m Hintern, ich sollte doch endlich mal den Bericht vom Duisburg- Spiel zu Ende bringen, dabei hatte ich noch nicht mal angefangen. Mein soziales Umfeld bröckelte und ich bekam die harte Seite der modernen Leistungsgesellschaft zu spüren. Irgendwie hab ich mir dann gedacht, ich schreib einfach alles auf, was ich so in dieser für mich harten Zeit erlebt habe und verarbeitete so die aufkommenden psychischen Probleme. Und plötzlich lief´ s so dahin und ich hatte zumindest mal eine Einleitung fertig. Immerhin.

Die Krux bestand darin, dass es schlichtweg nichts gab, was bemerkenswert gewesen wäre an diesem Spiel. Gästeauftritt mau, Heimauftritt mauer als mau, Zuschauer mau, Spiel mau, alles mau. Es ist ja nicht so, dass die Heimspiele unseres Clubs sonst sonderlich ereignisreich wären, aber irgendwie bekommt man ja doch immer so ein paar Sachen zusammengekratzt und in einen schönen, runden Bericht gepackt.

Dieses Mal nicht. Deswegen ein paar schlichte Anmerkungen:
(1) Scheiß Stimmung. Heimfans wie Auswärtsfans. Der Verein verschenkte eine Freikarte jeden Dauerkartenbesitzer, die aber anscheinend auch keine anderen Leute begeistern konnten und auch in Zukunft vermutlich nicht können, u. a. aufgrund der in diesem Spiel gezeigten….
(2) schlechten Mannschaftsleistung.
(3) Rote Karte gegen Roger. Dann bessere, aber immer noch scheiß Mannschaftsleistung. Sollte mal wieder besser werden, 40 Punkte sind nach wie vor nicht geschafft.
(4) Unterm Strich: verloren. 0:1. Ok.
(5) Fans pfeifen. Naja, kann man mal machen. Kann man aber auch erst dann machen, wenn man selbst alles

gegeben hat, was (siehe Stichpunkt 1) auch nicht unbedingt der Fall war.
Natürlich hätte man diese Stichpunkte auch wieder in den nächsten 0815-Spieltagbericht ausführen können, natürlich könnte ich jetzt hier wie sonst immer schreiben, alle nach Aalen, natürlich könnte ich in alter Gewohnheit schreiben, dass die Spieler sich auf ihre Arbeit zurückbesinnen sollten. Könnte ich schreiben. Mach´ ich aber nicht.
Fazit: Ein (Spiel-)Tag zum Vergessen
.

 

  • 01
  • 02
  • 03
  • 04
  • 05
  • 10
  • 11