Der Bundesliga-Abstieg lag zwar nur einige Wochen zurück und doch war er beim Saisonstart in die neue Zweitliga-Saison kaum mehr ein Thema. Klar: alle Spieler waren nicht zu halten gewesen aber um das Grundgerüst vieler Führungsspieler der vergangenen Saison wurde ein Kader gebaut, der zweifellos die Vorfreude auf die neue Spielzeit weckte. Zwar gab man von Vereinsseite glücklicherweise nicht den direkten Wiederaufstieg als Ziel vor, doch objektiv betrachtet sollten unsere Schanzer als einer der Top-Favoriten auf die vordersten Plätze gelten.

Ein weiterer Club, der in diesem Zusammenhang im Vorfeld häufig genannt wurde, war der Vorjahres-Vierte Union Berlin, der direkt am ersten Spieltag zum Top-Spiel in den Sportpark kommen sollte. Ein erstes richtungsweisendes Spiel für die neue Schanzer-Elf von Maik Walpurgis, der sich in der Vorbereitung bereits früh auf ein 3-5-2-System festgelegt hatte. Dieses besetzten zu mancher Überraschung Wahl und Neumann statt der "nicht mit dem Kopf in der zweiten Liga" angekommenen Tisserand und Hadergjonaj sowie Morals, Schröck und Cohen anstelle eines offensiven Mittelfeldspielers wie Kittel oder des "erkrankten" Pledl. Auch die Neuzugänge Gaus und Kutschke durften ihr Pflichtspieldebüt feiern.

Trotz mehr als erwartet verkaufter Dauerkarten fanden trotz bestem Wetter nur knapp 11.000 Fans den Weg in den Sportpark, was bei unattraktiveren Gegnern in kalten Novembertagen aktuell eher schlechte Aussichten auf den Zuschauerschnitt bietet. Auch auf der Südtribüne war spürbar mehr Platz, wenngleich doch deutlich besser besucht als in vergangenen Zweitliga-Saisons.

Die Vorfreude sollte schnell der Ernüchterung folgen. Wohlwollend kann man noch von etwa zehn Minuten ordentlichem Support sprechen, ehe die Beteiligung erschreckend stark absank und man sich mehr bei einem unbedeutenden Freundschaftsspiel anstatt des wichtigen Auftaktspiels wähnte.

Auch die Mannschaft tat nicht gerade viel dafür um einen Hexenkessel zu erzeugen. Union verteidigte clever, aus dem Mittelfeld fehlte die Kreativität und auch Standardsituationen brachten keine Gefahr ein. So kam es wie es kommen musste: nach einer Stunde traf Trimmel den Ball bei einer Direktabnahme an der Strafraumgrenze perfekt und sorgte für die nicht unverdiente Gästeführung. Auch in der Folgezeit war ein Aufbäumen nicht zu erkennen und erst in den Schlussminuten bauten die schwarz-roten so etwas wie Druck auf. Mehr als eine Großchance für Kutschke sprang nicht heraus und als Schiri Stegemann in der Nachspielzeit einen klaren Elfmeter verweigerte, war der Frust perfekt: das erste Heimspiel verloren, schlecht gespielt, schwache Stimmung und am Ende mal wieder beschissen worden - ein Auftakt, der durchaus besser hätte laufen können.

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